08.03.2019: Erfolgreiche Kooperation zwischen Stadtwerken Neumarkt und Landwirten Grundwasserqualität wurde erheblich verbessert Nitratgehalt deutlich unter dem Grenzwert
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Zusammen mit den Landwirten in der Region haben die Stadtwerke Neumarkt bei einer internen Fachveranstaltung ein Zwischenfazit zu ihrem gemeinsamen Engagement für den örtlichen Trinkwasserschutz gezogen. Das Ergebnis: Seit Beginn der Kooperation vor 22 Jahren hat sich die Grundwasserqualität in den beiden Neumarkter Wasserschutzgebieten MISS und Fuchsberg / Pelchenhofen deutlich verbessert. So lag beispielsweise der Nitratwert im Bereich der Quellen Fuchsberg 1997 mit 48 Milligramm je Liter (mg/l) nur ganz knapp unter dem Grenzwert von 50 mg/l nach der Deutschen Trinkwasserverordnung. Bei den letzten Untersuchungen in diesem Bereich konnten noch 23 mg/l nachgewiesen werden. Mit einem Rückgang von über 50% seit 1997 hat sich der Nitratgehalt im Trinkwasser in den vergangenen Jahren damit praktisch mehr als halbiert.

"Wenn wir uns diese Werte anschauen, können wir wohl vollkommen zu Recht von einer Erfolgsgeschichte sprechen", freut sich Stadtwerke-Geschäftsführer Dominique Kinzkofer. "Wir wissen, dass es für die Landwirte nicht immer einfach ist, sich bei der Verwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln einzuschränken, aber sie tun es. Diese Anstrengungen zahlen sich für alle aus."

Seit 1997 ziehen Stadtwerke und Landwirtschaft beim Trinkwasserschutz an einem Strang. So erklärten sich die rund 30 Landwirte, die in den Neumarkter Wasserschutzgebieten Nutzflächen bestellen, dazu bereit, ihre Dünge- und Pflanzenschutzmittel an die Vorgaben der Schutzgebietsverordnungen anzupassen. So erfolgt die Gabe von Dünger unter der besonderen Berücksichtigung einer zeit- und bedarfsgerechten Ausbringung. Darüber hinaus werden einzelne Düngergaben auf mehrere Durchgänge verteilt. Dadurch ist gewährleistet, dass die Nährstoffe ausschließlich von den Pflanzen aufgenommen werden und nicht im Boden versickern. Grundsätzlich gilt, je mehr Stickstoff von den Pflanzen aufgenommen wird, desto weniger gelangt davon als Nitrat in unser Trinkwasser.

Diese Maßnahmen bedeuten allerdings einen Mehraufwand für die Landwirte. Diese zusätzlichen Arbeiten zum Schutz des Grundwassers werden von den Stadtwerken Neumarkt mittels Ausgleichszahlungen honoriert. Diese Regelung gilt seit in Kraft treten der Schutzgebietsverordnungen bis heute. "Und sie funktioniert", sagt Peter Stemmer, Geschäftsbereichsleiter Bau- und Betriebsführungsmanagement beim Stadtwerke Neumarkt Freizeit und Leben Kommunalunternehmen. "Wir stehen in engem Kontakt mit den Landwirten und besuchen sie jedes Jahr, um auf ihren Feldern Bodenproben durchzuführen". Dafür werden je Schlag an mehreren verschiedenen Stellen Bodenproben  entnommen und miteinander vermischt. Diese sogenannten Mischproben gehen dann zur Auswertung  an ein unabhängiges Labor. Die Ergebnisse gehen Stadtwerke und Landwirte gemeinsam durch und entwickeln - falls nötig - Strategien, um den Stickstoffgehalt im Boden zu reduzieren.

"Diese Maßnahmen sind natürlich schon recht aufwendig", sagt Peter Stemmer. "Aber so sorgen wir dafür, dass das Neumarkter Trinkwasser auch für die kommenden Generationen noch in ausgezeichneter Qualität vorhanden sein wird."




 
 
 
 
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