23.09.2011: Buchvorstellung des Historischen Vereins im Neumarkter Rathaus
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Oberbürgermeister Thomas Thumann stellte zusammen mit dem Vorsitzenden des Historischen Vereins Stadtrat Rudi Bayerl und seiner Mitschirmherrin Ilse Ruth Snopkowski bei den Projektwochen "Lass die Vergangenheit ruh 'n!"?, der Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition, das Buch von Hans Georg Hirn "Jüdisches Leben in Neumarkt und Sulzbürg" vor. Besondere Gäste waren die Familie Haas, die Oberbürgermeister Thumann besonders herzlich begrüßte und ihnen zum Ausdruck brachte, dass er sich über das Wiedersehen sehr freue. Im voll besetzten Rathaussaal wies Oberbürgermeister Thumann bei der Buchvorstellung auf die derzeit laufenden Projektwochen unter dem Titel "Lass die Vergangenheit ruh 'n!"? hin. Unter der Vielzahl an Programmpunkten und Veranstaltungen bilden die Wiederaufführung des Musicals "Der letzte Brief" und die Buchvorstellung ganz besondere Höhepunkte. Das Buch sei zu einem "wahren Kompendium jüdischen Lebens in unserer Region" geworden, in dem sehr viel Arbeit stecke. Er dankte Hans Georg Hirn für sein Engagement und für die über Jahre erbrachte akribische Kleinarbeit in Standesämtern, Bibliotheken, Museen und Archiven.
Das Buch reihe sich in eine ganze Folge verschiedener Ansätze ein, die Geschichte Neumarkts im 3. Reich und des jüdischen Lebens in unserer Region zu dokumentieren. Begonnen habe alles mit Facharbeiten von Schülern, es folgte das Schulprojekt "Ilse" und daraus hervorgehend das Musical "Der letzte Brief". Daraus sei auch der Kontakt mit der Familie Haas entstanden, die dann im Jahr 2007 Neumarkt besuchten. Dabei sei der Ilse-Haas-Weg eingeweiht worden und Oberbürgermeister Thumann hatte dies zum Anlass genommen, eine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte Neumarkts im Dritten Reich in Auftrag zu geben. Erste Ergebnisse habe es 2009 in der Ausstellung im Stadtmuseum "Rechts-Staat" gegeben. Letztes Jahr sei im Rahmen des Stadtjubiläums dann eine große Ausstellung unter dem Titel "Wider das Vergessen" präsentiert worden. Auch das Buchprojekt "Neumarkt im Nationalsozialismus" war damals vorgestellt worden. All diese Bemühungen zur Erforschung der Geschichte Neumarkts im Dritten Reich und zum jüdischen Leben sind jetzt darüber hinaus derzeit in einer Ausstellung im Johanneszentrum zu sehen, die ebenfalls heute eröffnet worden ist. Oberbürgermeister Thumann dankte dem Autor Hans Georg Hirn, dem Historischen Verein und dem Musical und Theaterverein sowie den Partnern und allen Beteiligten bei diesen Projektwochen für das große Engagement. "Dies alles zeigt, dass sich Neumarkt seiner Geschichte stellt", hielt Oberbürgermeister Thumann fest.
Rudi Bayerl stellte Hans Georg Hirn und sein Buch näher vor, wobei er darauf hinwies, dass der Historische Verein die Veröffentlichung der Arbeit in seiner Reihe Historische Beiträte gerne übernommen habe. Hans Georg Hirn erläuterte in seiner Rede die Arbeit an dem Buch, schilderte aber auch die Mühen und den Aufwand. Viele Unterlagen, Dokumente und Artikel habe er ausgewertet. Besonders wichtig war es ihm, noch lebende Zeitzeugen zu finden und zu befragen. So habe er viele authentische Details erfahren und in das Buch einarbeiten können.
Weitere Informationen zu den Projektwochen finden sich unter www.der-letzte-brief.de sowie www.mut-neumarkt.de

 
 
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