Letzte Änderung: 18.03.2009
Landschaftsplan auf digitaler Basis

Die Stadt Neumarkt versteht ihren Landschaftsplan als wichtiges Instrument für eine zukunftsorientierte, ganzheitliche Stadtentwicklung. Mit dem Landschaftsplan und den zugrunde liegenden Erkenntnissen konnte die Siedlungsentwicklung auf Bereiche gelenkt werden die nur ein geringes Maß an Eingriffen in Natur und Landschaft erwarten lassen. Über dieses Instrument ist neben einer umweltgerechten Siedlungsentwicklung auch eine klare, zusammenhängende Freiflächenentwicklung gesichert.
Die Vorgehensweise der Stadt Neumarkt bei der Erstellung und Umsetzung des Landschaftsplanes wurde im Rahmen des Vorhabens "Landschaftsplanung effektiver in die Tat umsetzen" beleuchtet. Diese Studie wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen an ein unabhängiges Fachbüro in Auftrag gegeben.
In der daraus hervorgehenden Veröffentlichung "Informationen zur Blauen Box" werden Kommunen als erfolgreiche Beispiele gemeindlicher Landschaftsplan-Umsetzung vorgestellt, bei denen die Bürger und Landnutzer frühzeitig in den Planungs- und Umsetzungsprozess einbezogen wurden.

Dieses Fachbüro hat die Stadt Neumarkt in ihrem Handeln über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren beobachtet. In dieser Betrachtung des Neumarkter Planungsprozesses wurde als wesentliche Stärke die Neufassung des Schutzgebietssystems herausgestellt, was aufgrund des hohen Siedlungsdruckes einer industriell geprägten Stadt besondere Beachtung fand. Die im Landschaftsplan getroffenen Aussagen sehen eine Zunahme der Naturschutzgebiete um 80% von 63 ha auf 113 ha vor, bei den Landschaftsschutzgebieten eine Erhöhung um 40% von 2.039 ha auf 2.877 ha.

Herausgestellt wurde von dem unabhängigen Büro weiterhin die Arbeitssystematik mit dem Arbeitskreis, der Aufbau einer Umsetzungsstruktur (etwa über den Landschaftspflegeverband) mit der Erstellung von Programmplänen, die zügige Landschaftsplanumsetzung schon parallel zum Genehmigungsverfahren, sowie die Entwicklung eines vereinfachten, digitalen Landschaftsplanes, den die Bürger verstehen und der als Diskussionsgrundlage dient.

Der Bedarf nach einem für die Bürger und für deren Belange verständlichen Landschaftsplan hatte sich in der Arbeitsgruppe "Flächennutzungsplan / Landschaftsplan" herauskristallisiert (in dieser interfraktionellen Arbeitsgruppe waren Mitglieder des Stadtrates, Vertreter der Stadtverwaltung, die beauftragten Planer und je nach Thema der Arbeitssitzung Vertreter anderer Behörden vertreten). Von Seiten des Stadtplanungsamtes wurde deshalb der durch ein außenstehendes Fachbüro erstellte Landschaftsplan auf wesentliche, nach außen wirkende Elemente reduziert. In diesen Plan wurden u.a. die bestehenden und geplanten Natur- und Landschaftsschutzgebiete aufgenommen und von Bebauung freizuhaltende Flächen aufgezeigt. Diese Kartenplattform war auch die Grundlage der zum Landschaftsplan durchgeführten 7 Informationsveranstaltungen für die Bürger.
Mit der Erstellung dieser Karte konnte für die Neumarkter Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Gewerbetreibenden eine zielgerichtete Information aufbereitet werden - wogegen reine Fachplanungen für den interessierten Bürger oft aufgrund ihrer Informationsfülle und fachlichen Detailschärfe zu einer Überforderung und in der Folge zu Desinteresse an den Maßnahmen insgesamt führen.

 
 
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