Letzte Änderung: 10.04.2014
LGS-Park: Ein Stück vom Paradies

Unbestritten hat das Ereignis "Landesgartenschau" seine Wirkungen hinterlassen:


1,1 Mio. Gäste haben sich 1998 zum "Sinneswandel" auf das Landesgartenschaugelände (LGS) einladen lassen. Es ist den Verantwortlichen damit nicht nur gelungen, die Stadt Neumarkt zu einem einzigartigen Garten und überregional bekannt zu machen. Auch finanziell war die Landesgartenschau ein voller Erfolg. Statt der erwarteten Gesamtkosten in Höhe von 31,5 Millionen Mark für die Durchführung und die Investition wurden am Schluss nur rund. 24 Millionen Mark abgerechnet. Der Erfolg war aber gleichzeitig Verpflichtung.Nicht nur im Veranstaltungsjahr sollte die Landesgartenschau ein Anziehungspunkt für Gäste aus Nah und Fern sein. Für uns ist es heute schon fast eine Selbstverständlichkeit geworden, dass das Gelände zu 90 % in seinem bisherigen Bestand erhalten geblieben ist. Nur ganz wenige Bereiche wurden wirklich zurückgebaut, meistens aber gleichzeitig einer anderen Nutzung zugeführt. Dort, wo zum Beispiel die Hauptgastronomie zu finden war, trifft man heute auf einen neugestalteten, durchgrünten Parkplatz. Dort wo sich früher die "Sinngärten" befanden, entstand ein Lehrgarten des Bayerischen Siedlerbundes. Dort, wo im Austragungsjahr die Steinmetze ihre Grabsteine vorstellten, ist heute der wunderschöne Bachblütengarten angelegt. Auch die ansprechende Sonnenuhr vor dem Haupteingang hat zwischenzeitlich ein neues Plätzchen innerhalb des eingezäunten Kernbereichs neben dem Schauturm gefunden.


Volle Pracht sichtbar


Viele der schönsten Gartenanlagen blieben aber erhalten und entfalten heute eigentlich erst ihre volle Pracht, was viele Besucher zu der Feststellung veranlasst: "Die Blumen- und Staudenpracht ist ja heute noch schöner als im Austragungsjahr der Landes-gartenschau! "Ein solches Lob kommt aber nicht von ungefähr. Ohne die ehrenamtliche Mithilfe unserer Vereine und Bürgerinnen und Bürger bei der Pflege des Geländes wäre dies nicht möglich gewesen. Dank gilt deshalb den zehn Obst- und Gartenbauvereinen, dem Hildegard-von-Bingen-Kreis, dem Freundeskreis Neumarkt der Schiffsmodellbauer, der Hauptschule an der Weinbergerstraße, der Lebenshilfe, den Rentnern der Stadtverwaltung, den Jura-Werkstätten., dem Stadtverband der Kleingärtner und vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich unter fachlicher Anleitung der Stadtgärtnerei und des Bauhofs in einer von Oberbürgermeister Alois Karl ausgelobten "Initiative des Guten Willens" um den Garten des Lebens, die Maierbachaue, etc. so kümmern, als wäre es ihr eigener Garten. Damit nicht genug: Auch viele andere Organisationen sorgen für die Attraktivität des Geländes: Der Bund Naturschutz, der die Insektenwerkstatt weiterbetreibt oder die Volksschulen Wolfstein und Holzheim, die das Grüne Klassenzimmer betreuen. Zur Lebendigkeit zählt auch Belebtheit: Die vom städtischen Kulturamt initiierte Veranstaltungsreihe "Sommer im Park" hat alle Erwartungen übertroffen und ist zwischenzeitlich zu einem nicht wegzudenkenden Bestandteil des Landesgartenschauparks geworden. Auch heuer werden im Zeitraum von Anfang Mai bis Anfang September ca.25 Tanz-, Kunst- und Kulturveranstaltungen in der mit einer neuen Beschallungsanlage bestückten "Arena" und damit unter freiem Himmel organisiert. Ein neu errichteter Kiosk erlaubt eine ortsnahe Bewirtung in der Arena. Highlight ist natürlich immer der "Große Sommerball im Park" mit Feuerwerk. Kinderbürgerfest, Freiluftkino, die Austragung der Ferienspiele des städtischen Jugendbüros sind nur einige, aber doch erwähnenswerte Ereignisse, die Groß und Klein bislang erfreut haben.


Zeichen für Zukunft gesetzt


Die Landesgartenschau hat in Neumarkt Verbindungen hergestellt, die weit über das Veranstaltungsjahr hinausreichen, hat quasi Brücken in die Zukunft gesetzt. Neben den echten und neuen Brücken über den Ludwig-Donau-Main-Kanal hat sich aber eine weitere Brücke einen Namen gemacht. So haben die Stadt Neumarkt und der Verein "Die Brücke" die "Brücke - Gastronomie und Freizeit - gGmbH Neumarkt" gegründet, um eine Selbsthilfefirma für psychisch Kranke zu betreiben. Zwischenzeitlich sind auch der Landkreis Neumarkt und die Lebenshilfe Gesellschafter dieser GmbH. Welches Einsatzgebiet bot sich hier besser an, als der Betrieb des Seecafés, das schon während der Landesgartenschau ein sehr beliebter und zentraler Begegnungsort war. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten wird seit dem Frühjahr 1999 ein gehobener Café- und Restaurantbetrieb offeriert. Vielfältigste Angebote machen den Aufenthalt im Seecafé zu einem Event. Gerade für Radfahrer ist das Seecafé der ideale Zwischenhalt einer Radltour. Im Winter haben sich die Schlittschuhfahrer auf dem immer noch umbenannten See auf eine Tasse Glühwein oder einen Tee im Seecafé gefreut. Immerhin 25 Arbeitsplätze, darunter 19 für Behinderte, hat diese Maßnahme zwischenzeitlich mit sich gebracht. Auch auf diese Weise kann "Sinneswandel" umgesetzt werden. Die "Brücke gGmbH" hat aber weiteres realisiert: So entstand neben dem Mistelbacher Weinkeller, der ebenfalls von dieser Firma bewirtschaftet wird, eine wahrlich moderne Freizeitanlage. Hervor sticht die auf Top-Niveau umgestzte Minigolfanlage, die vom Standard her sogar Turnierfähigkeit aufweist und vor allem von den Kindern sehr gerne aufgesucht wird. 


Neue Heimat gefunden


Damit aber nicht genug. Die Landesgartenschau hat weitere Folgewirkungen ausgelöst: Neben der Kleingartenanlage und dem Vereinsheim, das den Kleingärtnern am 30. April 1999 übergeben wurde, hat der Bayerische Siedlerbund auf dem ehemaligen Gelände der Sinngärten unter Beteiligung der Stadt Neumarkt einen sehenswerten Lehrgarten errichtet. Dort werden unter anderem Vorträge, Schulungen und Seminare zu verschiedenen naturnahen Themen abgehalten. Der ganzheitliche Umgang mit Mensch und Natur, wie er in der Konzeption der Landesgartenschau angelegt war, findet auch hier eine neue Betonung. 

 

Auch die Neumarkter Pfad- finderschaft hat ein neues Heim gefunden. Das frühere Gärtne- rische Informationscenter in der Nähe vom Handelshof ist in ein Vereinsheim umgewidmet worden. Boulspiel-Interessierte freuen sich über die neue Boulbahn im Westbereich des Geländes. Die Kinder wiederum schätzen den um einige Spielgeräte erweiterten Kletterspielplatz oder den nach wie vor attraktiven "Monsterspielplatz". Und die Minigolfanlage oder der Mistelbacher Weinkeller sind allemal einen Besuch Wert. Gleiches gilt für das schön gelegene Seecafè.


Tagen im Grünen


Abschließend noch ein Wort zum Schauturm: Als im wahrsten Sinne "überragende" Einrichtung wird der Schauturm seine Verwendung beibehalten und ergänzen. Zum einen als beliebter Aussichtsturm über das gesamte Parkgelände, zum anderen als viel benutzter Ausstellungs- und Veranstaltungsturm, der unter anderem auch vom Seecafé aus bewirtschaftet werden kann. "Tagen im Grünen" soll auch das künftige Motto bei der Belegung dieses Turmes sein, wenngleich hierfür nur mehr das 2. OG zur Verfügung steht. Im 1. OG und im EG hat sich nämlich zwischenzeitlich die "Fachakademie für Wirtschaft" eingemietet. Seit der Freigabe des Geländes am 27. März 1999 durch Oberbürgermeister Alois Karl ist der Zentralbereich eingezäunt. Auf diese Weise soll dem Vandalismus, der von einigen uneinsichtigen Zeitgenossen ausgeht, begegnet werden. Anscheinend mit Erfolg. Jedenfalls sind es nur wenige, die sich nicht an die Spielregeln halten. Vorsorge wird auch durch die nächtliche Überwachung des Geländes durch den Sicherheitsdienst Wildfeuer getroffen. Verkehrsüberwachung, Sicherheitsdienst und die Polizei selbst sowie ehrenamtlich tätige Rentner als Parkwächter unterstützen die Stadt und die Verantwortlichen in ihren Bemühungen, das Gartenschaugelände als intakten und lebendigen Park aufrechtzuerhalten. Dazu gehört auch, dass vor allem im Interesse der im Landesgartenschaupark spielenden Kinder das Mitführen von Hunden im Gelände untersagt ist. Eine Maßnahme, die von wenigen kritisiert, von den meisten aber außerordentlich begrüßt wurde.


LGS in Zahlen


  • 1,1 Millionen Besucher
  • 18.500 Dauerkarten
  • 3.000 Busse
  • 6.000 Presseveröffentlichungen
  • 300 Funk- und Fernsehsendungen
  • 1.500 Kulturveranstaltungen
  • 275 Stadtführungen
  • 700 LGS-Führungen
 
 
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