21.02.2018: "Entwicklungsagentur Faire Metropolregion Nürnberg" fördert den Ausbau des Fairen Handels
Ralf Mützel, Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung der Stadt Neumarkt, Marina Malter, Projektmanagerin Entwicklungsagentur Faire Metropolregion Nürnberg, Dr. Roland Oeser, Bürgermeister der Stadt Schwabach und Sprecher des Initiativkreises Faire Metropolregion, Mareike Grytz, Projektmanagerin Entwicklungsagentur Faire Metropolregion Nürnberg sowie der Sprecher des Initiativkreises Faire Metropolregion und Eine Welt-Promotor Mittel- und Oberfranken West, Frank Braun.
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Ralf Mützel, Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung der Stadt Neumarkt, Marina Malter, Projektmanagerin Entwicklungsagentur Faire Metropolregion Nürnberg, Dr. Roland Oeser, Bürgermeister der Stadt Schwabach und Sprecher des Initiativkreises Faire Metropolregion, Mareike Grytz, Projektmanagerin Entwicklungsagentur Faire Metropolregion Nürnberg sowie der Sprecher des Initiativkreises Faire Metropolregion und Eine Welt-Promotor Mittel- und Oberfranken West, Frank Braun.


Oberbürgermeister Thomas Thumann wirbt für nachhaltige faire Beschaffung  - Eine Projektmanagerin in Neumarkt angesiedelt


Nach der Auszeichnung zur ersten Europäischen Metropolregion Deutschlands mit dem Fairtrade-Siegel im vergangenen Jahr, startet die Metropolregion Nürnberg nun mit einer Förderung von rund 460.000 Euro durch Engagement Global in die operative Phase des Projektes Faire Metropolregion. Beim Treffen des Initiativkreises Faire Metropolregion, das im Rahmen des BioFach-Begleitmesse StadtLandBio in der NürnbergMesse stattfand, wurde der Startschuss für die "Entwicklungsagentur Faire Metropolregion" gegeben. Ziel der Entwicklungsagentur ist es, in zwei Jahren Projektlaufzeit bis 2019 den Fairen Handel in der öffentlichen Beschaffung voran zu bringen. Die Entwicklungsagentur wird daher vor allem Kommunen in der Metropolregion in Sachen nachhaltige Beschaffung beraten.
"Nach der Auszeichnung zur Fairtrade-Region ist dies nun der nächste logische Schritt in unseren Bemühungen um eine faire und nachhaltige Gesellschaft", so Thomas Thumann, politischer Sprecher des Forums Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung und Oberbürgermeister der Stadt Neumarkt. "Der Anteil an fair gehandelten Produkten ist bislang gering. Wenn man bedenkt, dass die Nachfrage der öffentlichen Hand ein Volumen von rund 350 Mrd. € jährlich und damit ca. 13 % des deutschen BIP umfasst, ist das ein starker Hebel. Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden, indem wir den Anteil an fair gehandelten Produkten in unserer Region erhöhen. Eine zentrale Aufgabe im Projekt ist auch die Etablierung eines Fairtrade-Gipfels, der die wichtigsten Akteure und Multiplikatoren im Bereich Fairer Handel großräumig einlädt und an einen Tisch bringt."
Die Hauptaufgabe der Entwicklungsagentur wird sowohl Netzwerkarbeit, als auch die Beratung bestehender und die Gewinnung neuer Fairtrade-Kommunen sein. Zwei Projektmanagerinnen, die in der Geschäftsstelle der Metropolregion Nürnberg und im Amt für Nachhaltigkeitsförderung der Stadt Neumarkt angesiedelt werden, beraten Kommunen, bieten Fortbildungen für kommunale Mitarbeiter an und werden den Erfahrungsaustausch gewährleisten. In der Metropolregion Nürnberg arbeiten zahlreiche Kommunen schon heute professionell an Strategien zu einer fairen Beschaffung. Konkrete Produkte sind beispielsweise Arbeitskleidung, Konferenzverpflegung, Sportgeräte und Baumaterialien wie Natursteine. So hat beispielsweise Langenzenn fair produzierte Bauhofkleidung und Feuerwehruniformen bestellt, der Landkreis Nürnberger Land stattet seine Schulen mit Fairtrade-Fußbällen aus und alle 40 Fairtrade-Städte der Metropolregion bieten bei öffentlichen Sitzungen fair gehandelten Kaffee an. Hier sind bei der öffentlichen Vergabe rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten. Die Entwicklungsagentur Faire Metropolregion wird hier Information, Erfahrungsaustausch und Handreichungen für Kommunen erarbeiten.
Darüber hinaus soll auch das öffentliche Bewusstsein für den Fairen Handel gestärkt und das Engagement der Metropolregion nach außen getragen werden. "Geplant sind die Ein-richtung einer Website mit guten Beispielen sowie Auftritte bei öffentlichen Veranstaltungen und eine Wanderausstellung durch die Metropolregion. Mit der Ansiedlung des Projekts in der Geschäftsstelle der Metropolregion stellen wir die Verbindung zum Beispiel zur Regionalkampagne Original Regional und zu den Ökomodellregionen sicher. Dadurch können wir den Dreiklang fair, bio und regional etablieren", erläutert Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg.
Die Fördergelder für die Einrichtung der Entwicklungsagentur in der Metropolregion Nürn-berg stammen aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und werden durch die Engagement Global GmbH für zwei Jahre bereitgestellt. "Die enorme Dichte von Fairtrade-Towns, privater und kirchlicher Initiativen in der Metropolregion Nürnberg ist einmalig", begründet Michael Marwede, Abteilungsleiter bei der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global, die Förderung der Metropolregion Nürnberg. "Die erste deutsche Fairtrade-Metropolregion hat das Potential bundesweite Impulse zum Ausbau des Fairen Handels zu setzen und somit auch anderen Regionen als Modellregion Vorbild zu sein."

 
 
 
 
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