Themenausstellung in der Stadtbibliothek unter dem Motto: „Beetgeflüster“

Mitteilung vom 06.04.2022

Passend zur Jahreszeit präsentiert die Stadtbibliothek im April neue Bücher für Garten- und Naturliebhaber. Es geht um die - möglichst nachhaltige – Gestaltung von Gärten, Terrassen und Balkonen, wobei von den jeweiligen Verfasserinnen und Verfassern unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden.

Die Autorinnen Holly Farrell und Agnes Prahler verkünden in ihrem Buch „Selbst gezogen“ schon im Titel, worum es geht: Wie kann man Obst und Gemüse aus Kernen selbst ziehen? In der Lesergemeinde finden sich sicher einige, die dabei an Experimente aus der Kinderzeit mit Pfirsich- oder Pflaumenkernen erinnert werden. Bei Nick Baileys Ratgeber „Refresh your garden“ liegt der Fokus darauf, wie man einen schon angelegten Garten – den eigenen oder einen neu erworbenen – Schritt für Schritt wieder auf Vordermann bringt und dabei schon Vorhandenes nützt. Neue Ansätze bei der Gartengestaltung liefert Simone Kern. In „Der antiautoritäre Garten“ stellt sie Gärten vor, die sich quasi selbst gestalten, und zwar mittels des sogenannten „Black Box Gardenings“, das man mit „Gärtnern mit dem Zufall“ übersetzen kann. Im Zentrum stehen „Hungerkünstler“, also Pflanzen, die wenig Wasser und Nährstoffe brauchen und daher sehr umweltfreundlich sind. Die Autorin gibt Tipps, welche Pflanzen sich da eignen. Das zweite Buch der Autorin heißt „Trockenhelden“. Hier präsentiert sie Pflanzen, die – die aktuelle Klimasituation macht das nötig – auch bei hohen Temperaturen gedeihen. Einkaufstipps erleichtern auch hier noch nicht so kenntnisreichen Gärtnerinnen und Gärtnern die Auswahl. Für relative Neulinge im Bereich der Gartenkultur eignet sich auch Judith Rakers‘ Buch „Homefarming“, in dem die bekannte Nachrichtensprecherin verrät, wie sie es „ohne grünen Daumen“, so der Untertitel, geschafft hat, so viel und gezielt in ihrem Garten zu produzieren, dass sie sich weitgehend selbst versorgen kann. Hiermit möchte sie die Leserinnen und Leser dazu ermutigen, das auch zu probieren und empfiehlt: einfach damit anfangen. Heidi Lorey ist in dem Metier offensichtlich schon länger tätig: Sie empfiehlt, die gewohnte Teilung in Nutz- und Ziergarten aufzuheben und stattdessen die Eignung des Standorts für die jeweiligen Pflanzen in den Mittelpunkt zu stellen. Ihr Ziel ist es, einen gesunden, vielfältigen Garten zu schaffen, der überdies auch optisch vom bisherigen Schema abweicht. Elisabeth Mecklenburg bringt ebenfalls einen neuen Ansatz, der aber mehr mit der Wohnsituation der Gärtnerinnen und Gärtner zu tun hat. „Mein City-Obstgarten“ richtet sich an diejenigen, die keinen großen Garten zur Verfügung haben, sondern einen Balkon oder eine Terrasse. Sie erläutert nicht nur, welche Pflanzen sich dafür eignen, sondern macht auch der Leserschaft den Mund wässrig, indem sie Rezepte vorstellt, die man mit der zu erwartenden Ernte realisieren kann. Elke Schwarzer hat nicht nur die Pflanzen, sondern auch einen wichtigen Aspekt des Umweltschutzes im Visier, wie schon der Titel „Plastikfrei gärtnern“ zeigt. Wie man ohne Pflanztöpfe aus Plastik (einige Gärtnereien nehmen die gern wieder zurück), Erde aus der Plastiktüte oder in Flaschen abgefüllten Dünger zurechtkommt, zeigt sie an einigen Beispielen. Dass man damit nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel schont, ist ein zusätzlicher Anreiz dafür, ihre Vorschläge in die Praxis umzusetzen. Wolf-Dieter Storl rückt in seinem Ratgeber „Die „Unkräuter“ in meinem Garten“ einen anderen Aspekt ins Zentrum: die Pflanzen, die man oft abschätzig „Unkräuter“ nennt. Er zeigt ihre Bedeutung als Heil- oder Nutzpflanzen. Ein Pluspunkt sind hier die zahlreichen Fotos, die es noch unerfahrenen Suchenden leichter macht, solche Pflanzen zu erkennen. Sébastian Levret widmet sich in „Biene, Igel, Schmetterling“ den Tieren, die für den Garten als Helfer ausgesprochen wichtig sind, indem sie Blumen bestäuben, Schädlinge vertilgen und die Bodenqualität verbessern. Die Leserschaft wird darüber informiert, welche Tiere wofür wichtig sind. Lisa-Marie Thalmayr und Christiane Nebel veranschaulichen in ihrem Buch „Green Queens“ am Beispiel von sieben Frauen, die in fünf europäischen Metropolen leben, wie man auch in Städten mithilfe von Pflanzen das Leben natürlicher kann, wobei das Grün als ein Teil eines neuen Wohnstyles erscheint. Ihre Erkenntnis: Ohne Pflanzen ist das Leben nur halb so schön. Nicht nur die Pflanze als Dekor ist wichtig, für Abigail Booth sind Pflanzen auch als organische Färbemittel von großer Bedeutung. In „Wild gefärbt“ zeigt sie, wie man mit Pflanzen Stoffe färben und daraus Schönes nähen kann.

Besucherinnen und Besucher dieser Ausstellung können aber nicht nur Bücher finden, mit nach Hause nehmen und lesen, sondern es gibt auch etwas für die Praxis: Wer Saatgut in einem Tütchen mitbringt und darauf Art, Sorte und Erntejahr vermerkt, kann sich ein anderes aus der Box aussuchen und mitnehmen. Dass sich aus dieser Saatguttauschbörse anregende Gespräche entwickeln können, ist nicht von der Hand zu weisen.

 

 

 

Foto: Lisa Niebler

Kategorien: Neumarkt, Kultur, Bildung

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