Starke Stadt - Starke Frauen

Starke Frauen – ein aktuelles Thema in der Gesellschaft. Auch in der Stadt Neumarkt lassen sich seit dem Mittelalter und der frühen Neuzeit bis heute Frauen finden, die durch ihre außergewöhnlichen Leistungen auffallen.

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März 2021 rufen wir das Projekt „Starke Neumarkter Frauen“ ins Leben und werden diese Seiten unregelmäßig mit neuen Inhalten und Informationen über Neumarkterinnen füllen.

Katharina Tucher, * um 1380, † um 1450

Verfasserin frauenmystischer Offenbarungsliteratur 

Lebte bis zum Tode ihres Mannes Otto 1419 in Neumarkt, zog danach nach Nürnberg, wo sie ins Katharinenkloster eintrat.
Überaus bemerkenswert ist ihr hoher Bildungsstand – beim Eintritt ins Kloster übereignete sie diesem ihre 26 Bücher/Handschriften umfassende Bibliothek.

Kloster Gnadenberg bei Berg, Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz; Stich des Klosters aus dem "Churbaierischen Atlas" des Anton Wilhelm Ertl 1687; Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

Katharina von Pommern-Stolp, *1384, † 12. März 1426 in Neumarkt i.d.OPf.

Erste Gemahlin des Pfalzgrafen Johann von Pfalz-Neumarkt. 

Gemeinsam mit ihrem Ehemann stiftete sie das Birgittenkloster Gnadenberg; 

Ihr Sohn Christoph wurde später König von Dänemark, Norwegen und Schweden.

Foto: Stadtmuseum Neumarkt i.d.OPf.

Dorothea von Dänemark und Norwegen, * 10. November 1520, † 31. Mai 1580 in Neumarkt i.d.OPf.

Gemahlin des Kurfürsten Friedrich II. von der Pfalz. 

Nach dem Tod ihres Ehemannes 1556 lebte sie im Pfalzgrafen-schloss in Neumarkt, wo sie in konfessionspolitischer Hinsicht – auch im Zusammenwirken mit dem späteren Kurfürsten Ludwig VI.,– als überzeugte Anhängerin Luthers die Einführung der reformierten Konfession (Calvinismus) verhinderte.  

Foto: Privat

Anna Ehrnsperger geb. Schmaus, *1851 in Neumarkt i.d.OPf., † 15. Mai 1907 ebda.

Erfolgreiche Unternehmerin 

Nachdem ihr Mann Xaver Ehrnsperger 1889 starb, musste sie die Leitung der Gastwirtschaft „Zum goldenen Lamm“ sowie die der Brauerei allein übernehmen.

Sie verlegte den Standort der Lammsbrauerei in die Amberger Straße und konnte die Produktion so steigern, dass sie 1899 den größten Neumarkter Braubetrieb überflügelte.

Stefan Rosenbauer, Liesel Simon mit drei ihrer Handpuppen, Fotografie 1920er bis 1930er Jahre © HMF Horst Ziegenfusz.jpg

Karoline Simon, gen. Liesel geb. Goldschmidt., * 21. August 1887 Neumarkt i.d.OPf., † 23. Mai 1958 Quito (Ecuador)

Puppenspielerin, Schauspielerin und Autorin 

Ab März 1926 trat sie mit dem „Rundfunkkasperl“ im Sendesaal des Südwestdeutschen Rundfunks in der Kinderstunde auf.

Während der NS-Zeit durfte sie nur noch im Rahmen des Jüdischen Kulturbunds auftreten, für den sie mehrfach im Rhein-Main-Gebiet und in Berlin spielte.

Im Sommer 1941 gelang es ihr in buchstäblich letzter Minute nach Südamerika auszuwandern.

Foto: Stadtarchiv Neumarkt

Katharina „Käthe“ Dorsch, * 29. Dezember 1890 in Neumarkt i.d.OPf., † 25. Dezember 1957 in Wien

Sängerin und Schauspielerin 

Als 15jährige sang „Käthe“ im Extrachor des Nürnberger Stadttheaters, einige Sprechrollen folgten. Dann wurde sie Operettensoubrette in Mainz und Berlin, wo sie 1919 zur Schauspielerei überging.

Sie avancierte zu einem der berühmtesten Bühnen- und Filmstars ihrer Zeit und wirkte in zahlreichen Produktionen mit.

Benediktina Auer, Foto: Heinrich_Stadtarchiv

Maria Benediktina Auer, *17. Februar 1900 in Vilsbiburg, † 31. Juli 1980 in Dorfen

Arme Schulschwester, die im Jahr 1926 an die katholische Mädchenschule in Neumarkt berufen wurde. 

Nach dem Krieg wirkte sie beim Aufbau des gesamten Schulwesens in Neumarkt tatkräftig mit und führte von 1945 bis 1953 freiwillig die hauswirtschaftliche Berufsschule neben der Volksschule. 

Von 1948 bis 1970 war sie die Rektorin der kath. Mädchenvolksschule in Neumarkt. 

Wegen ihrer Verdienste wurde ihr 1965 Bürgermedaille der Stadt Neumarkt verliehen.

Magret Hölle_Foto: Christel Steinberger; lichtung-verlag

Margret Hölle, geb. Margarete Sträußl, * 2. April 1927 in Neumarkt i.d.OPf.

Lyrikerin und Erzählerin 

Mit ihren seit 1956 in Zeitschriften und Anthologien veröffentlichten Gedichten führte sie die Mundart des Oberpfälzer Jura in die bayerische Literatur ein.

Viele ihrer Texte las sie in Rundfunk und Fernsehen und erreichte somit ein breites Publikum.

In ihrer Heimatstadt Neumarkt erhielt sie 1990 den Kulturpreis und engagierte sich für die Gründung des 2004 eröffneten Museums Lothar Fischer.

Lizzy Aumeier, Foto: Andreas Riedel

Elisabeth „Lizzy“ Aumeier, * 20. Januar 1964 in Neumarkt i.d.OPf.

Kontrabassistin und Musik-Kabarettistin. 

Sie gilt als Entdeckung des bayerischen Musikkabaretts, was sich in verschiedenen bayerischen Kabarett- und zwei Kulturpreisen widerspiegelt (2003 erhielt sie den Neumarkter Kulturpreis).

Seit rund 25 Jahren steht sie auf (Kleinkunst-)Bühnen in Bayern und in der ganzen Republik und wird in Ausstrahlungen des BR,  ARD,  ZDF und 3SAT von einem breiten Publikum wahrgenommen.*

 

 

Foto: Birgit Lutz

Birgit Lutz, * 1974 in Neumarkt i.d.OPf.

Schriftstellerin und Expeditionsleiterin 

Sie war insgesamt fünfzehn Mal am Nordpol. 

2013 durchquerte sie auf Skiern Grönland. Danach wurde sie zum Fellow des Explorers Club New York ernannt. 

Über ihre Expeditionen, Bücher und ihr Engagement gegen Plastikmüll hält Lutz Vorträge in Deutschland, Österreich und der Schweiz und auf Schiffen in der Arktis.

Dahoam is Dahoam: Katharina Benninger (Carina Dengler) | Bild: BR/Nadya Jakobs

Carina Dengler, * 11. November 1994 in Neumarkt i.d.OPf

Schauspielerin und Sängerin 

2010 bis 2018 trat sie unter dem Namen „Carina“ als Sängerin im Bereich Volksmusik/volkstümliche Musik auf.

Seit 2013 spielt sie in der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“, in der sie zum Hauptcast gehört und die Rolle der Katharina „Kathi“ Benninger verkörpert. 

 

 

In Neumarkt gibt es noch viele weitere Powerfrauen, die wir nach und nach hier präsentieren wollen. Schauen Sie doch einfach wieder mal vorbei!

Wer Vorschläge einreichen will, kann dies mit einer kurzen Erläuterung unter Telefon 09181/255-2620 bzw. per E-Mail an barbara.leicht@neumarkt.de 

 

Idee und Konzept: Amt für Kultur, Stadt Neumarkt i.d.OPf.

 

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