Die von Lothar Fischer 1957 mitbegründete Künstlergruppe SPUR stellte 1965 zunehmend ihre eigenen Bildinhalte in Frage: »Da haben wir Schluss gemacht und haben uns selbst aufgelöst, indem wir die Gruppe erweiterten«, lautete die Konsequenz. Durch die Zusammenarbeit der SPUR mit der Münchner Gruppe WIR, mit den Künstlern H.M. Bachmayer, Renate Bachmayer, Reinhold Heller, Florian Köhler, Heino Naujoks und Helmut Rieger, erhofften sie sich neue Impulse. 1966 gaben sie sich den gruppenverbindlichen Namen GEFLECHT. Alle Mitglieder begannen gemeinsam mit dem Bau reliefartiger, sogenannter Antiobjekte, die sowohl zur Malerei als auch zur Bildhauerei gehörten und doch weder das eine noch das andere waren. Zwei solcher raumgreifenden Werke aus Münchner Privatbesitz wurden der Lothar & Christel Fischer Stiftung und somit dem Neumarkter Museum 2025 als Schenkung vermacht. Erstmals zu sehen sind diese wichtigen Kunstobjekte ab Mitte Februar 2026. Gezeigt wird auch Lothar Fischers „Op-Bob“ von 1966, eines der wenigen Antiobjekte des Bildhauers, der kurz nach Gruppengründung die Gemeinschaft wieder verlässt. Über der Kontroverse, den künstlerischen Impetus verstärkt in eine politische Aktion zu überführen, löste sich 1968 im Zuge der Studentenbewegung die Gruppe GEFLECHT wieder auf.