Neumarkt 2035: Oberbürgermeister Ochsenkühn präsentiert Masterplan für das nächste Jahrzehnt

23. Januar 2026: Wie sieht die Zukunft in Neumarkt aus? Dieser Frage stellten sich Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn und auch Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky beim Neujahrsempfang.

In seiner Neujahrsrede hat Neumarkts Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn seine inhaltlichen Leitlinien für die kommenden Jahre skizziert. Unter dem Titel „Zukunft 2035: Fortschritt. Verantwortung. Zusammenhalt.“ präsentierte er ein umfassendes Strategieprogramm, das auf sieben zentralen Handlungsfeldern basiert. Ziel sei es, die Stadt als attraktiven „Anker der Stabilität“ zu festigen und die Lebensqualität für die Menschen hoch zu halten.

Die Ausgangslage für Neumarkt ist laut Oberbürgermeister Ochsenkühn vielversprechend. Er verwies auf Expertenprognosen, die Städten von der Größe Neumarkts eine Attraktivitätssteigerung voraussagen. Der „Wegweiser Kommune“ der Bertelsmann-Stiftung. Spreche beispielsweise von einem „regelrechten Boom“. Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ habe Neumarkt vor wenigen Monaten eine Position unter den „100 Top-Lagen Deutschlands“ bestätigt. Doch auf diesen Lorbeeren dürfe man sich nicht ausruhen. „Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir in dieser komplizierten Welt unseren Kurs halten, sagte Ochsenkühn vor 450 geladenen Gästen im Historischen Reitstadel. „Die Menschen erwarten von uns keine weltpolitischen Wunder. Sie erwarten, dass der Alltag funktioniert. Dass die Schule saniert wird. Dass der Bus kommt. Dass man sich sicher fühlt.“


Die Verwaltung als „Möglichmacherin“

Bevor Ochsenkühn ins Detail ging, skizzierte er seine Erwartungen an die Stadtverwaltung. Sie solle als „verantwortungsvolle Möglichmacherin“ agieren. Dabei rief er drei Kernwerte aus, die das Handeln prägen sollen: Mut, Vertrauen und Weitsicht. Die Verwaltung müsse Vertrauen in ihre Stärke haben, aber auch Vertrauen in die Bürgerinnen und Bürger und deren Ideen. „Und wir brauchen bei der Zukunftsentwicklung Weitsicht. Wir als Verwaltung müssen vorausdenken und rechtzeitig die richtigen Weichen stellen.“

Ochsenkühn verglich die Stadtentwicklung mit dem Bau eines Hauses: „Sie fangen sicher nicht an, gleichzeitig Wände hochzuziehen, das Dach zu decken und den Garten anzulegen – das wäre das reinste Chaos!“ Stattdessen setze er auf eine klare Priorisierung, um die Handlungsfähigkeit der Stadt Neumarkt langfristig zu sichern. Das Programm „Neumarkt 2035“ diene als Fixstern, der die Richtung vorgibt, auch wenn im Alltag zig Themen – große wie kleine - parallel laufen müssten.

In seiner Neujahrsrede richtete der Oberbürgermeister auch einen Appell an die Bevölkerung: „Unsere Stadt wird nicht nur im Rathaus gebaut. Sie wird vor allem von den Menschen gebaut, die in ihr leben.“ Er kündigte an, dass die Stadt für die kommenden Jahre nicht nur die klassischen Ortsteil-Bürgerversammlungen plant, sondern auch völlig neue, zeitgemäße Formate des Dialogs entwickeln wird.

Ochsenkühns sieben Handlungsfelder


Das Herz der Stadt soll noch kräftiger schlagen. OB Ochsenkühn stellt sich vor, die Innenstadt bis 2035 konsequent zu einem urbanen Wohnzimmer zu machen - mit mehr Grün, Aufenthaltsqualität und Begegnung. Hier solle ein Mix aus Gastronomie, Kultur, Wohnen, Handwerk und Handel entstehen. Der OB wörtlich: „Eine lebendige Innenstadt wirkt wie ein Magnet: Sie zieht Menschen an, fördert den Austausch und stärkt das lokale Gewerbe.“ Wenn Neumarkt sein Zentrum attraktiv gestalte, werde es ein Ort, an dem sich Sicherheit mit Lebensfreude paart und wo jede Generation ihren Platz findet – sei es beim Kaffeetrinken im Schatten der Bäume oder beim abendlichen Kulturgenuss. „Eine starke Mitte sorgt dafür, dass unsere Stadt ein wiedererkennbares Gesicht behält.“

„Wenn junge Eltern wissen, dass ihre Kinder in besten Händen sind, können sie ihre beruflichen Träume verfolgen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Deswegen versprach Markus Ochsenkühn weitere Investitionen in moderne Kitas, flexible Betreuungszeiten und sichere Schulwege. Doch sein Blick richtet sich auch auf die ältere Generation. Das Älterwerden dürfe man nicht als „Last“, sondern als wertvolle Lebensphase begreifen. „Unsere Senioren verfügen über einen Schatz an Erfahrung und Zeit, den wir in das Stadtleben integrieren wollen.“

Ein starker Wirtschaftsstandort, sagte Oberbürgermeister Ochsenkühn, sei die Grundvoraussetzung für eine handlungsfähige Stadt. Nur wenn Unternehmen investieren und Arbeitsplätze schaffen, habe Neumarkt die Mittel, um Schulen, Kultur oder die Infrastruktur zu finanzieren. Daneben müsse die Stadt ein „Ökosystem für Innovation“ schaffen. Ochsenkühn will jungen Gründern den roten Teppich ausrollen und die Vernetzung von Traditionshandwerk mit High-Tech-Startups fördern.

Ein umfassender Infrastrukturplan soll zum „Masterplan der Daseinsvorsorge“ werden. Feste Bestandteile sollen darin die Instandhaltung bzw. die Erneuerung der Kläranlage, Straßensanierungen und Straßenbauprojekte, technische Bauwerke wie Brücken, der Radwegebau, Projekte der sozialen Infrastruktur wie Kitas und Schulen sowie die Sanierung von Gebäuden, die der Stadt gehören, sein. Ein Fokus liegt auch auf der Energie-Infrastruktur.

Ochsenkühn bezeichnete bezahlbaren Wohnraum als Frage der sozialen Gerechtigkeit. Er forderte eine stärkere Durchmischung der Quartiere. Hierbei nahm er einerseits die städtische Wohnungsbaugesellschaft in die Pflicht. Daneben brauche es Neumarkts Bauträger, und Privatleute. „Gemeinsam müssen wir uns dem Ziel verschreiben, für Wohnraum sorgen.“ Der OB setzt aber auch auf innovative Wege: Künftig könnten städtische Grundstücke nach „Konzeptqualität“ vergeben werden statt nur an den Höchstbietenden.

Eine Stadt klimafest zu machen, bedeute, in die Gesundheit der Bürger zu investieren, sagte OB Markus Ochsenkühn. Mehr Grünflächen, Bäume und Wasserwege kühlten Plätze und Straßen in heißen Sommern. Maßnahmen zur Klimaanpassung schützten aber auch das Hab und Gut der Bürger – etwa vor Starkregen-Ereignissen. Für all das benötige die Stadt Klimakonzepte. Starke Hoffnung setzt der Oberbürgermeister in das Prinzip der „Schwammstadt“. Regenwasser solle nicht einfach in die Kanalisation abgeleitet, sondern vor Ort im Untergrund gespeichert werden.

Bis spätestens 2035, so Ochsenkühns Ziel, solle die gesamte Verwaltung digitalisiert sein – mit Leistungen, die rund um die Uhr mobil verfügbar sind. Er betonte jedoch, dass die Digitalisierung den persönlichen Kontakt nicht ersetzen könne. Vielmehr solle sie die Mitarbeiter von Routineaufgaben entlasten, damit diese mehr Zeit für die „komplexen Anliegen“ haben, die ein direktes Gespräch erfordern.