Gute Nachrichten für die Anwohner des Stadtteils Woffenbach und den gesamten Neumarkter Stadtverkehr: Der Ersatzneubau der Straßenbrücke über die Bahnstrecke in der Woffenbacher Straße ist abgeschlossen. Das von Beginn an gesteckte Ziel der städtischen Planer, das Bauwerk pünktlich zum Beginn des JURA-Volksfestes fertigzustellen, ist damit punktgenau erreicht. Die offizielle Verkehrsfreigabe erfolgt noch am heutigen Donnerstag.
Damit geht für die Verkehrsteilnehmer die im Februar gestartete Bauphase zu Ende, die allen Beteiligten viel Geduld und Flexibilität abgefordert hat. Mit der Öffnung der Brücke entfallen auch die bisherigen Umleitungen: Der Kraftfahrzeugverkehr musste während der Sperrung großräumig über die Freystädter Straße und den Kurt-Romstöck-Ring ausweichen, während Fußgänger und Radfahrer über den Brückenweg, die Rebhuhn-, Wiesen-, Wallenstein- und Roseggerstraße sowie den Volksfestplatz umgeleitet wurden.
Arbeit unter erheblichem Zeitdruck
Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn sprach dem städtischen Projektleiter Andreas Pfindel, seinem Team sowie den ausführenden Bauunternehmen ein großes Lob aus: „Dass diese Brücke pünktlich zum Volksfest-Start wieder befahren werden kann, ist ein herausragender Erfolg und keineswegs selbstverständlich. Das städtische Bauteam um Andreas Pfindel und die beteiligten Baufirmen haben unter enormem Zeitdruck exzellente Arbeit geleistet.“ Für die Woffenbacher Bürgerinnen und Bürger bedeute die Freigabe eine enorme Erleichterung – die Umleitungen und Staus gehörten der Vergangenheit an.
Die Leistung des Baustellenteams sei umso höher zu bewerten, als die Deutsche Bahn AG den geplanten Abbruchtermin der alten Brücke kurzfristig um zwei Wochen nach hinten verschoben hatte, sagte Ochsenkühn. Das bedeutete für die städtischen Planer und die Bauleiter einen immensen zeitlichen Verdichtungsdruck, der im Laufe des Projekts durch effiziente Abläufe und intensivierten Einsatz vollständig aufgeholt werden konnte.
Der Neubau der in die Jahre gekommenen Brücke war überhaupt erst möglich, weil die Deutsche Bahn AG im Jahr 2026 eine umfassende Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg durchgeführt hat. Durch die damit verbundene Streckensperrung eröffnete sich für die Stadt Neumarkt ein einzigartiges Zeitfenster. Dieses musste zwingend genutzt werden, um den Ersatzneubau der Straßenbrücke ohne zusätzliche Beeinträchtigungen des laufenden Schienenverkehrs durchzuführen.
Verkehrsführung entspricht der Rechtslage
Im Zuge der Projektplanung hatten die Fachplaner der Stadt eingehend geprüft, ob das Bauwerk verbreitert werden könnte, um einen separaten Radweg unterzubringen. Dies erwies sich jedoch aufgrund der sehr beengten örtlichen Verhältnisse als technisch unmöglich. Auch die denkbare Alternative eines gemeinsam von Fußgängern und Radfahrern genutzten Weges – der zudem in beide Richtungen hätte befahren werden müssen – wurde von den Fachexperten der Stadtverwaltung sowie der Polizei intensiv analysiert und als zu unsicher für die Verkehrsteilnehmer bewertet.
Aus diesem Grund entspricht die künftige Verkehrsführung der bewährten Regelung der Bestandsbrücke sowie der gültigen Rechtslage. Demnach steht Fußgängern weiterhin ein separater Gehweg auf einer Brückenseite zur Verfügung. Radfahrerinnen und Radfahrer nutzen hingegen die Fahrbahn; lediglich Kindern bis zum Alter von zehn Jahren ist das Befahren des Gehwegs gestattet. Um die Sicherheit des Radverkehrs auf der Straße maßgeblich zu erhöhen, bleibt das bestehende Überholverbot von Radfahrern durch mehrspurige Kraftfahrzeuge auch in Zukunft strikt bestehen.
Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn sagt dazu: „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer stand bei unseren Planungen an erster Stelle. Auch wenn eine Verbreiterung für einen eigenen Radweg räumlich leider nicht machbar war, haben wir mit der klaren Trennung und dem Fortbestehen des Überholverbots die bestmögliche und sicherste Lösung geschaffen.“
Mängel machten Ersatzneubau unumgänglich
Der Beschluss für den Neubau basierte auf eindeutigen Ergebnissen regelmäßiger Bauwerksprüfungen. An der alten Straßenbrücke waren gravierende Mängel festgestellt worden, insbesondere fortgeschrittene Betonabplatzungen an den Pfeilern, Kappen und Stirnseiten. Die Gutachter rechneten mit einer rapiden Schadenszunahme in den Folgejahren und konnten kurz- bis mittelfristig eine Gefährdung des darunterliegenden Bahnverkehrs nicht mehr ausschließen. Die Experten empfahlen daher eindringlich einen zeitnahen Ersatzneubau.
Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich nach aktuellem Stand auf rund 2,8 Millionen Euro. Einen erheblichen Teil dieser Summe steuert die Deutsche Bahn AG bei. Für den verbleibenden Anteil der Stadt Neumarkt an den Baukosten wurden zudem Fördergelder nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz beantragt.