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Ein „Marathon des Ehrenamts“: Neumarkts neuer Stadtrat ist im Amt
06.05.2026 Rathaus
Ein „Marathon des Ehrenamts“: Neumarkts neuer Stadtrat ist im Amt

Mit einem Appell an die demokratische Verantwortung und einem Rückblick auf die vergangenen sechs Jahre hat Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn die neue Amtsperiode des Neumarkter Stadtrats eingeläutet. Im Rahmen der konstituierenden Sitzung verabschiedete er zudem 14 Mandatsträger und zog eine positive Bilanz der städtischen Finanzen. „Demokratie ist kein abstrakter Begriff aus Lehrbüchern, sie wird hier im Gremium mit Leben gefüllt.“ Mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn die 40 Mitglieder des neu gewählten Stadtrats sowie die Bürgerschaft im Rathaussaal. In seiner Ansprache betonte das Stadtoberhaupt, dass kommunalpolitisches Engagement weit über „trockene Debatten“ hinausgehe. Es sei vielmehr ein Ehrenamt, das den „ganzen Menschen“ fordere und Mut sowie eine unerschütterliche Zuversicht verlange. Das Anforderungsprofil eines Stadtrats Ochsenkühn legte dar, welche Eigenschaften ein ideales Stadtratsmitglied aus seiner Sicht mitbringen müsse. Neben Sachverstand und der Neugier, sich tief in Fachthemen wie die Statik einer Brücke oder das Haushaltsrecht einzuarbeiten, nannte er Rückgrat und Kompromissfähigkeit als zentrale Säulen. „Ein Kompromiss ist in der Politik kein Zeichen von Schwäche, sondern die höchste Kunst des Zusammenlebens“, unterstrich der Oberbürgermeister. Zudem müssten die Mandatsträger ein „dickes Fell“ besitzen, da sie oft die ersten Ansprechpartner für ungefilterte Kritik im Alltag seien. Den Spagat zwischen Bürgererwartung und Machbarkeit zu meistern, bezeichnete er als die eigentliche Herkulesaufgabe des Amtes. 266 Sitzungen in einer Amtsperiode Besonders eindringlich schilderte Ochsenkühn das Arbeitspensum der vergangenen Jahre. Er führte aus, dass insgesamt 266 Sitzungen stattgefunden hätten – eine Zahl, die sich aus Stadtrats-, Senats- und Ausschuss-Termin zusammensetze. Dies sei kein Sprint, sondern ein „Marathon des Ehrenamts“ gewesen. Das Stadtoberhaupt gab zu bedenken, dass dies 266 Abende gewesen seien, an denen die Räte nicht bei ihren Familien hätten sein können. Dass sich dieser Einsatz gelohnt habe, belegte Ochsenkühn mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage. Er betonte, das Gremium habe bewiesen, dass man auch in schwierigem Fahrwasser mutig investieren könne, ohne die nächste Generation zu belasten. Starke Investitionen bei niedriger Verschuldung In Bezug auf die wirtschaftlichen Eckpunkte der Stadt erläuterte der Oberbürgermeister, dass das Gesamtvolumen des Haushalts für das Jahr 2026 bei 184,5 Millionen Euro liege. Die geplanten Investitionen beliefen sich dabei auf rund 48,17 Millionen Euro, wobei allein die Baukosten über 33 Millionen Euro betrügen. Trotz dieser massiven Ausgaben betonte Ochsenkühn, dass die Stadt handlungsfähig bleibe: Die Rücklage liege weiterhin bei beachtlichen 59,5 Millionen Euro, während die Pro-Kopf-Verschuldung lediglich 21,10 Euro betrage. Zusätzlich hob er hervor, dass allein im Jahr 2025 über 17 Millionen Euro an freiwilligen Leistungen für Vereine und Kultur genehmigt worden seien, was er als Investition in die „Seele der Stadt“ bezeichnete. Er resümierte, man habe das „Haus Neumarkt gemeinsam bestens bestellt“. Abschied von verdienten Mandatsträgern Die Sitzung markierte jedoch auch eine Zäsur, da 14 Mitglieder aus dem Gremium ausschieden. Der Oberbürgermeister dankte ihnen für ihren langjährigen Einsatz und zitierte Max Weber, wonach Politik ein „starkes, langsames Bohren von harten Brettern“ sei. Er hielt fest, dass Neumarkt ohne diesen Einsatz heute nicht eine solch florierende und selbstbewusste Stadt wäre. Die ausscheidenden Räte hätten einen erheblichen Teil ihrer Lebenszeit in den Dienst der Allgemeinheit gestellt, wofür ihnen der volle Respekt und herzliche Dank der Stadt gebühre. Blindtext