Neumarkter Stadtrat verabschiedet 184,5-Millionen-Euro-Haushalt einstimmig

24. März 2026: Der Stadtrat der Stadt Neumarkt hat den Haushalt für das Jahr 2026 einstimmig verabschiedet. Trotz eines Rekord-Etats von 184,5 Millionen Euro schlug Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn in seiner Rede ernste Töne an: Steigende Ausgaben, sinkende Einnahmen und eine massive Entnahme aus den Rücklagen prägten das laufende Finanzjahr.

Der Stadtrat der Stadt Neumarkt hat den Haushalt für das Jahr 2026 einstimmig verabschiedet. Trotz eines Rekord-Etats von 184,5 Millionen Euro schlug Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn in seiner Rede ernste Töne an: Steigende Ausgaben, sinkende Einnahmen und eine massive Entnahme aus den Rücklagen prägten das laufende Finanzjahr.

Zwar erreicht der Etat eine historische Höchstmarke, doch der Oberbürgermeister stellt klar, dass dies kein Zeichen von Überfluss sei. Vielmehr sei die Zahl der Beleg eines enormen Ausgabendrucks, der die Stadt zum Handeln zwinge. Die Zeiten der „reichen Stadt“ Neumarkt seien angesichts volatiler Gewerbesteuereinnahmen – die im Plan von 46 Millionen Euro (2025) auf 40 Millionen Euro (2026) sinken – und steigender Ausgaben vorerst vorbei.

Griff in die Rücklagen

Leitender Verwaltungsdirektor Linus Sklenarz, Chef der Abteilung Wirtschaft und Finanzen, nannte die größten Ausgabenpositionen im 134,9 Millionen Euro starken Verwaltungshaushalt: Dazu gehörten neben der Kreisumlage (33,5 Millionen Euro) die Personalkosten der Stadtverwaltung (22,5 Millionen) die Kosten für die Kinderbetreuung (16,9 Millionen), Ausgaben für den Unterhalt von Straßen, Parks und Gartenanlagen (11,5 Millionen) und der Gebäudeunterhalt (7,4 Millionen). Um den Haushalt auszugleichen, müsse die Stadt rund 26 Millionen Euro aus ihren Rücklagen entnehmen und Kredite in Höhe von 3,6 Millionen Euro aufnehmen.

Um die finanzielle Stabilität zu sichern, verordnet die Stadtverwaltung sich selbst Disziplin. Wegen der steigenden Personalausgaben werden laut Ochsenkühn auch im Jahr 2026 keine neuen Stellen geschaffen. Zudem sollen „freiwillige Leistungen“ – immerhin 17 Millionen Euro für Kultur, Sport und Vereine – sowie interne Strukturen kritisch geprüft werden.

Landkreis muss stärker entlasten

Ein deutliches Signal sendete der Oberbürgermeister in Richtung Landkreis: Die geplante Kreisumlage von 33,5 Millionen Euro belaste die Stadt massiv. Er forderte den Landkreis auf, die Gemeinden angesichts sinkender Bezirksumlagen finanziell stärker zu entlasten.

Trotz der nötigen Konsolidierung hält die Stadt laut Oberbürgermeister Ochsenkühn an zentralen Zukunftsprojekten fest. „Dazu gehöre beispielsweise der Bereich „Bildung und Soziales“: Mehr als sieben Millionen Euro fließen in diesen Bereich. Auch die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger lasse sich die Stadt etwas kosten. So investiere Neumarkt beispielsweise rund 8,6 Millionen Euro in die Feuerwehren, einen Großteil davon in die neue Hauptfeuerwache. In Sachen Klimaschutz nannte der Oberbürgermeister Investitionen in Radwege, die LED-Umrüstung oder die angestrebte Energie-Autarkie durch Photovoltaik- und Windenergie-Projekte der Stadtwerke.