Beim Neumarkter Oldtimertreffen geht‘s rund am Rathaus

17. Juni 2026: Rotierende Technikelemente sind am Fahrzeug ja grundsätzlich nichts Besonderes, am Motor aber sehr wohl, wenn es um die Krafterzeugung geht. Seit der Erfindung des Automobils dominierte hier das Hubkolbenprinzip, bis in den 1950er-Jahren der hochdrehfähige Kreiskolbenmotor entstand.

Sonderschau Kreiskolbenmotor im Parc Fermé d’Elégance

Rotierende Technikelemente sind am Fahrzeug ja grundsätzlich nichts Besonderes, am Motor aber sehr wohl, wenn es um die Krafterzeugung geht. Seit der Erfindung des Automobils dominierte hier das Hubkolbenprinzip, bis in den 1950er-Jahren der hochdrehfähige Kreiskolbenmotor entstand. Er basierte auf dem Rotationskolbenaggregat des Erfinders Felix Wankel, wurde von dem NSU-Ingenieur Hanns-Dieter Paschke weiterentwickelt und 1964 erstmals in einen Serien-Pkw verbaut, den NSU Wankel-Spider. Darüber hinaus stehen die Limousine Ro 80, die japanischen Sportwagen Mazda 110 S Cosmo Sport und RX-7 sowie das Motorrad Hercules W-2000 stellvertretend für diese epochale Erfindung in der Sonderschau beim diesjährigen Neumarkter Oldtimertreffen. Zu diesen Technik-Schmankerln gesellen sich automobile Raritäten aus aller Welt wie unter anderem ein Rolls-Royce 25/30 von 1936, ein Bentley S3 von 1963, eine Lancia Fulvia mit der seltenen Stromlinienkarosserie des Designers Ugo Zagato und ein ebenso rarer Alfa Romeo Montreal mit V8-Motor aus den siebziger Jahren.

 

Geburtstag: Express-IG und W123

Darüber hinaus werden auf dem Neumarkter Oldtimertreffen auch zwei runde Geburtstage gefeiert. Zum 30. Geburtstag der Express-IG begrüßen Petra und Peter Klesel Express-Fans aus ganz Europa, und gegenüber vom Rathausplatz gibt es eine Sonderausstellung zum 50-jährigen Jubiläum der Mercedes-Baureihe W123 mit ihren zahlreichen Karosserie- und Motorisierungsvarianten. In der Klostergasse erwarten den Betrachter in einer weiteren Sonderschau sportliche Opel-Modelle der Baureihen Ascona, Manta und GT aus den sechziger und siebziger Jahren.

Ansonsten ist die Vielfalt der Ausstellung ungebrochen: Neben historischen Pkw sind Zweiräder, Nutzfahrzeuge und Traktoren dabei, vom Vorkriegsgefährt bis zum Youngtimer. Das älteste gemeldete Fahrzeug ist ein amerikanischer Omnibus aus dem Jahre 1923, ein International Harvester Six Speed Special, gefolgt von einem BMW Dixi (1928) und einem Ford Model A (1929). Die Bandbreite der gemeldeten Fahrzeuge ist unverändert groß und umfasst eine beträchtliche Anzahl der einstigen Brot- und Butter-Autos wie Opel, NSU, VW oder DKW, von denen trotz hoher Stückzahlen so wenige übriggeblieben sind. Sie stehen in schöner Eintracht mit Traktoren, Nutzfahrzeugen und den Motorrädern der Express-IG entlang der Oberen und Unteren Marktstraße und rund um den Rathausplatz.

Von der Schwalbe bis zur Feuerwehr

Die Motorradschau im Bereich des Unteren Marktes beginnt wieder mit dem „Schwalbennest“, in dem sich vor der Rathaus-Passage rund 20 Simson-Motorräder aus der ehemaligen DDR einnisten. „Es ist einfach schön zu sehen, mit welcher Begeisterung diese jungen Zweirad-Fans ihre Marke leben“, freut sich Organisationsleiter Manfred Schreiner. Es wird geschraubt und gefahren, wobei die gemeinsamen Ausflüge nicht nur rund um den Kirchturm führen: Im Frühjahr ist die Gemeinschaft bis zum Walchensee geknattert – schon eine Ansage mit rund 3,5 PS.

In der Nähe des Oberen Tores werden sich Nutzfahrzeuge aus der Nachkriegszeit einfinden, unter anderem die Feuerwehr-Drehleiter „Opel Blitz“ der Stadt Neumarkt aus dem Jahr 1959 und zahlreiche historische Pickups. Auch „Hansi“ gibt wieder ein Stelldichein. Der Mercedes-Benz L 3500 von 1952 war einst als Bierlaster der Neumarkter Lammsbräu, die das Oldtimertreffen von Beginn an unterstützt, im täglichen Einsatz. Heute ist er an vielen Orten als Werbefahrzeug im Einsatz und fährt auch schon mal beim Volksfestzug in Neumarkt mit. Nicht zu unterschätzen ist wie jedes Jahr der Residenzplatz: „Hier sind alle Oldtimerfahrzeuge zu sehen, die entlang der Marktstraße keinen Platz mehr finden. Da kommt regelmäßig eine bunte Vielfalt zusammen“, sagt Thomas Thumann vom Organisationsteam, das in diesem Jahr eine Verjüngungskur erfahren hat. Zu dem bewährten Trio Thomas Thumann, Manfred Schreiner und Harm Schumacher sind Bernd und Ulrich Schumacher gestoßen und stellen beizeiten die Generationenfolge sicher, „damit sich der Titel Oldtimertreffen auch künftig ausschließlich auf die Fahrzeuge bezieht“, wie Schumacher senior konstatiert. Zusätzlich leistet Mira Hollweck aus der Stadtverwaltung tatkräftige organisatorische Unterstützung.

Freie Einfahrt ab 9.15 Uhr

„Mit dem Neumarkter Oldtimertreffen möchten wir dazu beitragen, den historischen Zeitgeist, seine technischen Themen und damit eine wichtige Basis für unsere wirtschaftlichen Erfolge lebendig zu halten“, markiert Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn die Eckpunkte für diese Kulturveranstaltung. „Das Oldtimertreffen wird in diesem Jahr bereits zum 15. Mal veranstaltet und sorgt sicher auch in diesem Jahr für einen Besucheransturm in der Altstadt, der nur mit wenigen weiteren Veranstaltungen erreicht wird,“ sagt der Rathauschef weiter. Der zeitliche Ablauf verläuft nach bewährtem Muster: Ab 8.30 Uhr werden die Teilnehmer mit Voranmeldung erwartet, ab 9.15 Uhr alle spontan Entschlossenen. Um 10.30 Uhr begrüßt das Stadtoberhaupt die Teilnehmer vor dem Rathaus, um 12.00 Uhr präsentiert Manfred Schreiner am Rathausplatz eine Auswahl besonders ausgefallener Exponate. Bis 14.00 Uhr ist Zeit für einen ausgiebigen Rundgang, dann startet die rund 40 Kilometer lange Präsentationsfahrt durch den östlichen und nördlichen Landkreis und für die Traktoren und die weniger stark motorisierten Gefährte im Stadtgebiet. Das Oldtimertreffen schließt mit der Vorstellung der Siegerfahrzeuge aus der Jury-Bewertung (ab ca. 16.00 Uhr) und der Auszeichnung der Gewinner durch den Schirmherrn.