Mit einer würdevollen Gedenkfeier auf dem Stadtfriedhof hat die Sudetendeutsche Landsmannschaft gemeinsam mit Vertretern der Stadt Neumarkt eine Erinnerungstafel eingeweiht. Sie soll an das Schicksal der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern. Zugleich ist sie aber auch ein Zeichen der Dankbarkeit für jene Stadt, in der viele Vertriebene eine zweite Heimat und ihren letzten Ruheort fanden.
Bei der Feier, an der unter anderem Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn, Vertretende der Kirchen sowie Angehörige der Sudetendeutschen Landsmannschaft teilnahmen, erinnerte Horst Zischka, letzter Ortsobmann der Ortsgruppe Neumarkt, an die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen ab 1945 und an die schwierigen Nachkriegsjahre.
Zischka würdigte zudem die jahrzehntelange Verbundenheit zwischen Stadt und Sudetendeutscher Landsmannschaft. Die Heimatvertriebenen hätten sich in Neumarkt und Umgebung als Arbeiter, Handwerker, Unternehmer und auch im kommunalen Ehrenamt eingebracht und so das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben mitgeprägt. Mit der Erinnerungstafel entstehe nun ein dauerhafter Ort des Gedenkens und der Mahnung, dass Krieg, Vertreibung und Terror niemals zu dauerhaftem Frieden führen können.
Roland Scheufler, Mitglied im Vorstand der Bezirksgruppe Niederbayern/Oberpfalz und im Landesverband Bayern, rückte in seiner Rede das Motto „80 Jahre: Erinnern – Bewahren – Sensibilisieren“ in den Mittelpunkt. Er erinnerte an das unsagbare Leid der Vertriebenen, an die Härte des Neuanfangs und an die beeindruckende Haltung jener Generation, die trotz aller Traumata nicht in Bitterkeit verharrte, sondern auf Versöhnung, Miteinander und Zukunft setzte. Die Einweihung sei deshalb weit mehr als ein formaler Akt; sie sei ein Zeichen der Menschlichkeit und ein Auftrag an kommende Generationen.
Ein besonderer Dank galt der Stadt Neumarkt, die die Errichtung des würdigen Erinnerungsortes unterstützt hat. Genannt wurden dabei auch Birgit Frank vom Umweltamt der Stadt als wichtige Ansprechpartnerin für den Landesverband sowie Helmut Jawurek, der den Kontakt zur Stadtverwaltung hergestellt hatte.