Elternabend zum Thema Drogen und Sucht bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen stößt auf großes Interesse
Wie ticken Jugendliche heute? Warum gehören Ausprobieren und Grenzerfahrungen zur Jugend dazu? Und wie können Eltern mit dem Thema Drogenkonsum offen und kompetent umgehen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Elternabend im G6 – Haus für Jugend, Bildung und Kultur. Die Veranstaltung wurde von Manuela Beck, Streetworkerin der Stadt Neumarkt, gemeinsam mit Susanne Schmid, Mitarbeiterin der Psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas Neumarkt, angeboten.
Zu Beginn stellte Susanne Schmid die Psychologische Beratungsstelle sowie deren Angebote vor. Anschließend präsentierte Manuela Beck ihre Arbeit als Streetworkerin der Stadt Neumarkt. Sie gab Einblicke in ihre vielfältigen Aufgaben, Projekte und Aktionen und erläuterte die Grundhaltung der Streetwork und Sozialen Arbeit. Im Mittelpunkt steht ein wertschätzender und ressourcenorientierter Ansatz. Ihr Leitsatz lautet: „Mein Ziel ist nicht, Jugendliche zu verurteilen, sondern sie dabei zu unterstützen, gesunde und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“
Im weiteren Verlauf führte Susanne Schmid die Teilnehmenden mithilfe einer anonymen Online-Umfrage in das Thema Jugend ein. Fragen wie „Was bedeutet Jugend für mich?“, „Wie war meine eigene Jugend?“ oder „Was verbinde ich mit dieser Lebensphase?“ regten zum Nachdenken und Austausch an. Anschließend wurden die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters aus entwicklungspsychologischer Sicht beleuchtet und erläutert, warum Risikoverhalten und der Konsum von Suchtmitteln in dieser Lebensphase eine Rolle spielen können.
Im Anschluss informierte Manuela Beck über aktuelle Konsumtrends unter Jugendlichen. Besonders deutlich wurde, dass E‑Zigaretten beziehungsweise Vapes derzeit ein großes Thema darstellen. Darüber hinaus wurden weitere Substanzen sowie deren Wirkungen und Risiken kurz vorgestellt.
Ein wichtiger Aspekt des Vortrags war die Einordnung der Situation im Raum Neumarkt. Fachkräfte wissen aus der täglichen Arbeit mit jungen Menschen, dass das Thema Drogenkonsum präsent ist und offen angesprochen werden kann. Der regelmäßige Kontakt mit Konsumentinnen und Konsumenten ermöglicht einen sachlichen Austausch ohne Schock oder Verurteilung. Gleichzeitig wurde den Eltern eine wichtige Botschaft mitgegeben: Nur weil Drogenkonsum im Raum Neumarkt vorkommt, bedeutet dies keineswegs, dass das eigene Kind zwangsläufig konsumiert. Ziel der Veranstaltung war es daher, Wissen zu vermitteln, Unsicherheiten abzubauen und Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken.
Im anschließenden Austausch nutzten zahlreiche Eltern, Fachkräfte und interessierte Erwachsene die Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen einzubringen. Gemeinsam wurden Videobeispiele angesehen, die unterschiedliche Reaktionsmöglichkeiten im Umgang mit dem Thema Drogen und Konsum im Familienalltag zeigten – von gelungenen Gesprächssituationen bis hin zu weniger hilfreichen Verhaltensweisen. Die Beispiele wurden gemeinsam reflektiert und diskutiert.
Zum Abschluss stellte Susanne Schmid das Präventionsprogramm FreD (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumentinnen und -konsumenten) vor, das von der Psychologischen Beratungsstelle angeboten wird.
Aufgrund des großen Interesses soll der Elternabend künftig mindestens einmal pro Halbjahr stattfinden. Der Termin der nächsten Veranstaltung wird rechtzeitig bekannt gegeben. Bei Fragen zum Thema Drogen und Sucht bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wenden Sie sich gerne an die Psychologische Beratungsstelle unter Tel. 09181 29740.